Freitag, 11. August 2017

Der Triumph des Kommodore - Patrick O'Brian

Rezension zu 'Der Triumph des Kommodore' von Patrick O'Brian


Erscheinungsjahr: 2004 (Original: 1995)
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 412
Verlag: Ullstein
ISBN-13: 978-3-548-25902-4
Preis: 8,95 €


KURZBESCHREIBUNG: 
Nach vielen Jahren auf See gelangt Käpitän Jack Aubrey bald nach der Heimkehr zu den fast kaum noch geglaubten Lorbeeren. Er erhält ein komplettes Kommando und steigt somit in den Rang eines Kommodore auf. Die Aufgabe hat es trotz allem in sich: er soll mit der 'Bellona' und seiner Flotte an der afrikanischen Küste den Sklavenhandel unterbinden, welchen die Amerikaner und Franzosen dort durchführen. Aubrey ist jedoch ein raffinierter Stratege und glaubt trotz einiger ungeeigneter Kapitäne in seinem Kommando an den Erfolg. Für seinen Freund, dem Doktor Stephen Maturin wird die Heimkehr allerdings zu einem Desaster. Zum einen hat seine Frau Diana sich aus dem Staub gemacht, als sie - fälschlicherweise - das Gefühl bekam, dass ihre Tochter Brigid ein verblödetes Kind ist. Zum anderen wird Stephen von Sir Joseph Blaine informiert, dass es immer noch eine Lücke im Agentennetz der Engländer gibt und er nun gänzlich aufgeflogen ist. Zudem wurden sein Diener Padeen Coleman und Clarissa Oakes verraten und ihnen droht die Haft - und womöglich gar schlimmeres. Der Doktor ist zum Handeln gezwungen, um noch zu retten, was zu retten ist! Somit kommt ihm das Kommando von Jack gerade recht, ohne zu ahnen, wie gefährlich die Sklavenhändler wirklich sind...

KOMMENTAR:
In dem siebzehnten Band der Serie um Jack Aubrey und Dr. Maturin wird dem Leser einiges geboten, wobei dies gerade im ersten Drittel des Buches weniger maritim anmutet als vielmehr die privaten Belange der Hauptcharaktere betrifft. Gerade mit dem geliebten Maturin muss der Leser doch einiges in dem Buch 'Der Triumph des Kommodore' durchleben. Nach den Ereignissen an der afrikanischen Küste hat Aubrey noch einen weiteren Auftrag, der schließlich eine spannende Seeschlacht garantiert. Das sollte auch die rein maritim-orientierten Leser begeistern. Ich denke jedoch, dass die meisten Leser eher aus der Riege der Aubrey & Maturin Fans kommen - und diese werden mit diesem Werk ziemlich befriedigt. Gerade die persönlichen Schicksale der Haupt- und auch Nebenprotagonisten fesseln den Leser an den Romanen von Autor Patrick O'Brian. Und diesbezüglich wird man hier hundertprozentig bedient. O'Brian macht dabei nicht einmal vor der doch recht harmonischen Ehe von Jack und seiner Frau Sophia halt. Aber ich möchte nun wirklich nicht zuviel verraten; lest das Buch selber. Es ist ausgesprochen kurzweilig und ein wahrhaftiges Lesevergnügen; garantiert trägt die Übersetzerin Jutta Wannenmacher einen großen Anteil bei. Vielleicht ist der Roman sogar eins der besten Bücher der Serie!
8,4 von 10 Punkte

BESONDERHEITEN: 
- siebzehntes Buch um Jack Aubrey und Stephen Maturin
- Erklärung der seemännischen Fachausdrücke  (u.a. anhand einer Zeichnung der HMS Victory)
- es wird bekannt, dass die ehemaligen Sträflinge Clarissa Oakes und Padeen Coleman verraten wurden und nun in Spanien Asyl suchen müssen
- Stephens Tochter hat eine stark autistische Ader, welche ihre Mutter Diana so sehr entsetzt, dass sie sich aus dem Staub macht
- Jack Aubrey wird in den Stand eines Kommodore erhoben
- Sarah und Emily Sweeting kommen unter die Obhut von Mrs. Broad